Am Mittwoch, den 21. Januar, machten wir uns als Aktivteam „Queer Club“ mit der Schulsozialarbeiterin unserer Schule auf den Weg ins Schwule Museum nach Berlin. Das Museum gibt Einblicke in lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere (LGBTQ+) Lebensgeschichten und Themen und ist einer der wichtigsten Orte zur Bewahrung, Erforschung und Präsentation von LGBTQ+-Geschichte.

Dort nahmen wir an einer für uns kostenlosen Führung zur Ausstellung „Love at First Fight! Queere Bewegungen in Deutschland seit Stonewall“ teil und erfuhren mehr über das Aufkommen queerer Bewegungen in Deutschland nach den Stonewall-Aufständen 1969 in New York, die der Ursprung der heutigen Pride-Paraden bzw. Demonstrationen im Juni sind. Die Ausstellung zeigt (mehr als) 50 Jahre queeren Widerstand in BRD, DDR und im wiedervereinigten Deutschland und beschäftigtet sich im Zuge dessen auch mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an queeren Menschen und der späteren Erinnerungskultur und Aufarbeitung dieser. Doch die Ausstellung beleuchtete nicht nur die Zeit vor der Jahrtausendwende, sondern auch die neusten Entwicklungen zum Beispiel zur „Ehe für Alle“ (2017), dem teils verfassungswidrigen Transsexuellengesetz (TSG) und dessen jüngst stattfindende Ablösung durch das neue Selbstbestimmungsgesetz (2024). So bekamen wir durch spannende Fotos, Plakate und Texte einen guten Überblick über queere Geschichte in Deutschland. Besonders bewegend waren auch internationale, handschriftliche Erfahrungsberichte und Botschaften früherer Besucher*innen des Museums.

Nach der Führung schauten wir uns noch selbstständig die weiteren Ausstellungen an. Eine zeigte Fotos einer Berliner Fotografin aus den 1980er und 1990er Jahren während der FrauenLesben-Bewegung, eine andere queere ukrainische Kunst im Kontext der queeren Community in der Ukraine unter dem Sowjetregime während der ersten Jahre der Unabhängigkeit bis hin zur Gegenwart.

Die Führung und der Ausstellungsbesuch waren für uns ein inspirierendes, bewegendes und lehrreiches Erlebnis, das uns Einblick in verschiedenste Aspekte queeren Lebens und queerer Geschichte gab und uns darauf aufmerksam machte, wie wichtig es ist, sich für Toleranz und Menschenrechte einzusetzen.

(Aktivteam Queer Club)