Ein Beitrag der Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen und Oberstufenzentren in Potsdam zur Woche der Seelischen Gesundheit 2026, die vom 10. bis 20. Oktober unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt” im ganzen Land stattfindet.
Wie geht es unseren Jugendlichen? Leistungsdruck, Zukunftssorgen, Konflikte in Freundschaften und auf der Welt sowie die ständige Erreichbarkeit durch digitale Medien können die seelische Gesundheit junger Menschen belasten. Stress, Schlafprobleme, Einsamkeit und psychische Beschwerden sind Themen, die auch im Schulalltag sichtbar werden. Hinzu kommen aktuell auftretende Probleme, die auch in der Öffentlichkeit stark präsent sind: Jugendgewalt oder auch die neuen Studien zu Cybermobbing oder sexualisierter Gewalt im Netz.
Bereits die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt die psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Die JIM-Studie 2025 verdeutlicht, wie stark Smartphones und soziale Medien den Alltag prägen. Gleichzeitig bleiben Cybermobbing und sexualisierte Gewalt im Netz ernst zu nehmende Risiken. Die Cybergrooming-Studie 2025 der Landesanstalt für Medien NRW zeigt, dass viele Minderjährige bereits Erfahrungen mit sexualisierter Kontaktanbahnung im Internet gemacht haben. Ganz neu ist der erste Bericht der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Auch der DAK-Präventionsradar 2025, für den mehr als 26.500 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 befragt wurden, beschreibt eine anhaltende gesundheitliche Belastung. Knapp zwei Drittel der Befragten berichteten über häufige Erschöpfung, 42 Prozent über regelmäßige Ein- und Durchschlafprobleme. Ein vermindertes Wohlbefinden und Einsamkeit betrafen bestimmte Gruppen, darunter Mädchen und sozial benachteiligte Jugendliche, besonders häufig.
Digitale Medien bieten jungen Menschen Chancen für Austausch und Teilhabe. Problematisch wird es, wenn Vergleiche, Beleidigungen, Ausgrenzung oder sexualisierte Übergriffe Angst und Scham auslösen. Die Belastung von Kindern und Jugendlichen durch Mobbing im Internet nimmt weiter zu, so die neue bundesweite Studie vom Bündnis gegen Cybermobbing aus Karlsruhe. Cybermobbing verschärft sich besonders durch KI. 20,7 Prozent der Befragten – mehr als 2,4 Millionen Schülerinnen und Schüler – sind laut der Studie von Cybermobbing betroffen. Betroffene brauchen Schutz, Verständnis und die klare Botschaft: Du bist nicht schuld und musst damit nicht allein bleiben.
Die Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen und Oberstufenzentren in der Landeshauptstadt Potsdam bietet jungen Menschen Raum für Gespräche, Unterstützung bei Konflikten und Hilfe bei persönlichen Belastungen. Durch Präventionsangebote zu Stressbewältigung, Medienkompetenz und zur seelischen Gesundheit stärken wir junge Menschen. Seelische Gesundheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Schule, Familie und Gesellschaft. Sie beginnt dort, wo Jugendliche sich angenommen fühlen, ihre Sorgen ernst genommen werden und verlässliche Ansprechpersonen finden.
Unser Anliegen: hinschauen statt wegsehen, zuhören statt urteilen und gemeinsam Wege finden, damit junge Menschen gesund aufwachsen können. Dieses Anliegen reiht sich in das Motto der Aktionswoche der Seelischen Gesundheit ein – „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt”!
Weiterführende Informationen:
COPSY-Studie
JIM-Studie 2025
DAK-Präventionsradar 2025
Cybergrooming-Studie 2025
Erster Bericht der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (Sept. 2026) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Bündnis gegen Cybermobbing e.V. 2026